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TV everywhere – aber bitte kostenlos
Eine neue US-Studie von The Diffusion Group (durchgeführt im Auftrag von Digitalsmiths) beschäftigt sich mit der Zahlungsbereitschaft für Online-Video bzw. für Video „überall“, also auch mobil. Dabei geht es um TV in Sinne von Live-Programm wie auch um On-Demnad-Abrufe.
Es wurden Nutzer von Online-Video gefragt, ob sie bereit wären, für die genannten Angebote auch eine Gebühr zu bezahlen. Der Trend geht bei On-Demand und TV in die gleiche Richtung: eher nicht. Nur 5 bzw. 7 Prozent würden für solche Angebote auf jeden Fall bezahlen. Dagegen sagen über 50 Prozent, dass sie wahrscheinlich/definitiv nicht für „TV everywhere“ bezahlen würden. Bei On-Demand-Video ist die Ablehnung etwas geringer. Dennoch sagt auch hier die Mehrheit Nein zu Gebühren.
Das Ergebnis überrascht nicht wirklich. Die Bereitschaft, für Content zu bezahlen, ist im Internet insgesamt gering ausgeprägt.
Quelle: eMarketer
3-Screen-Audience
Einer neuen Veröffentlichung von nielsen-Daten durch eMarketer zufolge, ist die Zeit, die US-Amerikaner mit Online-Videos verbringen, innerhalb eines Jahres um fast genau eine Stunde gestiegen – von 2:12 Stunden im Monat auf 3:11 Stunden. Klingt auf den ersten Blick nach sehr viel, das Wachstum ist es auch. Insofern befindet sich die Nutzung von Online-Video auch im US-Markt noch in einer Wachstumsphase.

Grafik: eMarketer
Vergleicht man diese Nutzungszeiten aber mit TV, dann ist es doch immer noch eine Randbeschäftigung. Denn die „Glotze“ fesselt die Zuschauer im Schnitt über 141 Stunden pro Monat. Übrigens hat auch das zeitversetzte Fernsehen bei der Nutzungszeit zugelegt.
Interessanterweise hat die stärkere Nutzung von Timeshift-TV und Online-Video keinen negativen Einfluss auf die TV-Nutzungsdauer. Dieses Ergebnis stützt die These von SevenOne Media, die vor kurzem Ähnliches herausgefunden hat.
USA: Höhere Online-Video-Reichweite
Neben ARD und ZDF liefert auch eMarketer aktuelle Zahlen zur Nutzung von Online-Videos. Diese beziehen sich auf die USA, Video-Nutzer werden definiert als Personen, die zumindest ein Mal im Monat Online-Videos ansehen.
In den USA sind es demnach 72 Prozent der Onliner, die sich Videos im Internet ansehen. Etwas mehr als in Deutschland, wo es nach dieser Definition und ARD/ZDF 62 Prozent sind.
Was mich ein wenig stört, ist die Prognose von eMarketer. Hochgerechnet auf die Gesamtbevölkerung wächst die Onlie-Video-Nutzerschaft jährlich um drei Prozentpunkte – bis 2012. Das sieht doch etwas einfach gerechnet aus. Sättigung oder Ähnliches? Gibt es offenbar nicht.
Dafür liefert eMarketer auch ein paar Daten zur TV-Nutzung via Internet – ähnlich wie bereits bei ARD/ZDF beschrieben. Es passt einfach gut zum Thema. Da macht es auch nichts, dass die Daten vom Februar, aus einer Pressemitteilung und nicht weiter erklärt sind*. Deshalb nur ganz knapp: 21 Prozent der US-Onliner scheinen sich ganze TV-Sendungen im Internet anzusehen.Wie auch immer diese Zahl zustande kommt: Es sind wohl deutlich mehr als in Deutschland.
*Die Original-Pressemitteilung liefert ein paar mehr Informationen zur Studie.
VideoAds sind Reichweitenstark (in den USA)
Wie eMarketer in einer neuen Studie herausfindent, sind VideoAds nicht nur eine effektive Werbeform, sondern inzwischen auch eine reichweitenstarke Art der Online-Werbung. Und die Reichweite wächst weiter. Laut eMarketer werden in den USA heute schon mehr als zwei Drittel der Internetnutzer mit VideoAds erreicht. Das sind 129,5 Mio Menschen. Diese Zahlen sollen noch weiter steigen. Bis 2012 sollen über 80 Prozent der Onliner in den USA mit VideoAds erreichbar sein. Das wären dann 183,3 Mio Internet-Nutzer.
Beeindruckende Werte. Allerdings frage ich mich, ob nicht heute schon jeder Onliner (zumindest in Deutschland) per VideoAd erreichbar ist – wenn man sich die Definition von eMarketer ansieht: „online video advertising viewer defined as an individual who sees any form of video advertising (in-stream, in-banner, in-text) at least once a month)“.
Wenn ich mich so auf den reichweitenstarken deutschen Websites umsehe, entdecke ich immer wieder VideoAds auf klassischen Werbemittelplätzen. Ich hätte vermutet, dass die Reichweite dieser Werbeform bei nahezu 100 Prozent liegt. Irre ich mich da?
Die Zusammenfassung der Studie findet sich hier: Online Video Advertising Starts Looking Good.
So richtig viel Geld gab’s nicht
So richtig viel Geld wird derzeit mit Online-VideoAds offenbar noch nicht umgesetzt: NBC hat mit VideoAds im Umfeld der Online-Video-Berichterstattung zur Olympiade offenbar „nur“ 5,75 Mio US-Dollar umgesetzt. Laut eMarketer hat man offenbar nicht allzu viele Videos online gestellt, um den Erfolg der Olympiade im TV nicht zu gefährden.
Für den deutschen Markt wäre diese Summe in Bezug auf ein einziges Event allerdings schon ein enormer Erfolg. Mehr dazu hier.
Video bestimmt den Medienalltag
In einem Newsletter-Artikel bei eMarketer steht, dass in den USA Personen ab 12 Jahren ein Drittel des Tages mit Video-Content verbringen. Das ist allerdings ein wenig übertrieben:
- Es sind 6,1 Stunden. Das ist nicht ein Drittel des Tages (24 Stunden), sondern allenfalls ein Drittel der Wachzeit eines Tages, wenn man von sechs Stunden Schlaf ausgeht.
- Ich konnte es zwar auch in der Original-Quelle herausfinden, aber ich vermute, dass es sich hier um Brutto-Zeiten handelt und die parallele Nutzung z.B. von TV und Internet doppelt gezählt wird.
- Die Studie bezieht sich mal wieder nur auf die Internet-Nutzer, damit bleibt fast jeder dritte Amerikaner unberücksichtigt.
Dass die Mediennutzung einen großen Teil der Freizeit bestimmt, wissen wir ja schon. Das Video-Inhalte, wie z.B. und vor allem das Fernsehen, dabei eine wichtige Rolle spielen, auch. Aber deshalb muss man doch nicht so übertreiben.
Interessant sind m.E. vor allem die Prognosen: Bis 2013 soll sich die Video-Zeit auf acht Stunden erhöhen. Dabei bleibt die TV-Zeit relativ stabil. Das Wachstum wird hautpsächlich auf Web-Videos zurückgeführt. Daneben wird auch die mobile Video-Nutzung per Laptop und iPhone eine Rolle spielen.
