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Vom Bürgermedium zum Übertragungsweg für professionelle Anbieter
Spiegel Online greift heute einen Gedanken auf, den ich auch schon des Öfteren hatte. Wie bei vielen anderen Medien werden neue Techniken, in diesem Fall Online-Video-Plattformen, von privaten Inhalteanbietern etabliert. Und später dann von den professionellen Inhalten verdrängt bzw. in Nischen abgeschoben. Vom User Generated Content zu Professional Content.
Für YouTube stellt Spiegel Online fest:
15 der Top-20-Videos im Oktober sind Musikclips. (Quelle)
Nette Geste von YouTube?
Auf den Medientagen München wurde wieder einmal viel über Google geklagt. Dabei ist zumindest das Tochterunternehmen YouTube gar nicht soooo böse. Immerhin lassen sie die Videoportal-Konkurrenz von Clipfish (gehört zu RTL) auf der eigenen Seite werben.
Ist doch eigentlich ganz nett, oder? Kann man sich aber auch nur erlauben, wenn man mehr als vier mal so viele Video-Nutzer hat wie die beworbene Konkurrenz.
YouTube-Werbeformate
Wer schon immer mal wissen wollte, was sich hinter den merkwürdigen Bezeichnungen der Werbeformate auf YouTube verbirgt, dem kann nun geholfen werden: Mit einer speziellen Übersicht.
Einige Formate waren mir auch unbekannt bzw. konnte ich mit den Begriffen nicht wirklich etwas anfangen.
Auch YouTube: TV und Online mindestens auf gleichem Wirkungsniveau
Dieses Jahr stand auf der dmexco der Intermedia-Vergleich zwischen VideoAds und TV-Werbung im Blickpunkt einiger Vermarkter. Neben der bereits erwähnten Studie von United Internet Media und Plan.net media hat sich auch Google – in Gestalt von YouTube – mit dem Wirkungsvergleich beschäftigt.
In einem Panel-Experiment wurden fünf unterschiedliche Werbespots untersucht. Diese wurden in der TV-Bedingung im Werbeblock gezeigt. Online wurden sie als „Standard Autoroll“ und „Masthead“ gezeigt – beides Werbeformen auf der YouTube-Homepage. Für diese Platzierungen wurde der Spot allerdings angepasst bzw. verändert. Genau genommen kann also im Gegensatz zur UIM/Plan.net-Studie nicht davon gesprochen werden, dass exakt der gleiche Spot gezeigt wurde.
Jede Versuchsperson hatte zwei Werbemittelkontakte mit dem jeweils getesteten Spot. Entweder beide im TV oder beide Online mit der gleichen Werbeform oder aber eine Mischung aus TV und Online – eine Crossmedia-Gruppe also.
Die Werbewirkungsergebnisse zeigen, dass die Online-Werbung auf einem vergleichbaren Niveau liegt wie TV-Werbung: Die Werbeform „Masthead“ erreicht die besten Werte, „Autoroll“ schneidet dafür ein wenig schlechter als der TV-Spot ab. Die Effektivität der Crossmedia-Kombi liegt erwartungsgemäß zwischen TV und „Masthead“. Interessanterweise werden Markenimage, Kaufabsicht und Weiterempfehlung von den TV-Spots generell weniger positiv beeinflusst als durch Online-Kontakte.
Sehr spannend ist neben der Betrachtung der Effektivität auch die immer wieder geforderte Effizienzkontrolle: Anhand der Werbewirkungsindizes und des TKP für die Zielgruppe E14-49 wird berechnet, dass YouTube „4 bis 5 mal mehr „Werbewirkung pro Euro“ als TV“ liefert. Allerdings stellt sich hier die Frage, wie hoch der Netto-TKP für TV tatsächlich ausfällt und ob aus „4-5 mal mehr“ dann nicht „2-2,5 mal mehr“ werden müsste. Und wie groß ist eigentlich die Brutto-Netto-Schere bei YouTube?
Die Studie genügt methodisch den höchsten Ansprüchen. Einziger Kritikpunkt ist, dass die TV-Rezeption ebenfalls am Computer-Monitor stattfand – also nicht Lean Back, sondern auch Lean Forward. Das verzerrt die Nutzungssituation sicherlich ein wenig, müsste sich auf die TV-Werbeerinnerung allerdings eher positiv auswirken. Für TV wäre auch die Single-Spot-Platzierung noch nett gewesen. Nett: Auch diese Studie bestätigt, dass der Ton nicht ausschlaggebend für die Werbewirkung ist, denn die Online-Werbeformate starten ohne Audio-Begleitung (s. auch hier).
Insgesamt liefert Google hier – genauso wie schon die UIM/Plan.net-Studie – ein weiteres gewichtiges Argument, das Online-Video-Werbung auf eine Stufe mit TV-Werbung stellt.
Interessanterweise hat bisher keiner der TV- UND Online-Vermarkter den Vergleich der beiden Medien aufgegriffen. Eigentlich schade, dass diejenigen, die den TV-Inhalt am einfachsten ins Internet bringen könnten, an dem Intermedia-Vergleich kein Interesse zu haben scheinen. Gerade sie könnten die Entwicklung der VideoAds maßgeblich voranbringen.
Interview: „Video-Werbung ist zu billig“
YouTube-Videos noch einfacher viral verbreiten
Wie ich gerade entdeckt habe (gibt es aber wohl schon länger), bietet YouTube eine „AutoShare“-Funktion an, bei der man Videos automatsch via Twitter, Facebook und Google Reader weiterverbreiten kann, wenn man sie zu seinen YouTube-Favoriten hinzufügt.

Damit wird das Weiterleiten von Videos in diesen Diensten wirklich zum Kinderspiel. Zudem werden Sammel-Angebote wie FriendFeed überflüssig, wenn durch die Markierung eines Videos als Favorit auch zugleich Statusmeldungen bei Twitter und Facebook abgesetzt werden. Die Social-Media-Dienste wachsen auf diese Weise vielleicht etwas näher zusammen.
Barack Obama
Kein Online-VideoAd in klassischen Sinne, aber irgendwie gehört es trotzdem hier her: Barack Obamas halbstündige Werbesendung, die am letzten Mittwoch auf einigen der wichtigsten TV-Sender (CBS, NBC und Fox) in den USA lief. Seit Donnerstag kann man sie sich auch bei YouTube ansehen.
Besonders beeindruckend, dass man per „Google Checkout„-Link neben dem Video gleich noch für den Kandidaten spenden kann.
FullEpisodes bei YouTube
Nachdem Websites wie hulu, ProSieben.de oder RTL now es schon länger anbieten, steigt nun auch YouTube in das FullEpisodes-Geschäft ein. Das Archiv des US-Senders CBS liefert den Content, z.B. „Beverly Hills, 90210“ oder „Star Trek„.
Garniert und refinanziert wird das durch Pre-, Mid- und PostRol VideoAds. Dabei ist YouTube allerdings kein Vorreiter. Diese Werbeformen gibt es bei den eingangs genannten Anbietern schon länger. Und noch eine schlechte Nachricht: Ein erster Test meinerseits ergab, dass das Angebot wohl auf die USA beschränkt bleibt. Das hatte ich allerdings auch befürchtet.
Quelle: YouTube-Blog.
Neues Seherlebnis bei YouTube
Vorhang auf für YouTube: Die Videoplattform gönnt seinen Nutzern zwei neue Ansichten bei langen Videos. Zum Einen kann die Darstellung bei langen Videos in „Theater View“ geändert werden. Das Video wandert dann in die Mitte des Bildschirms. Rechts und links wird das Video von roten Vorhängen umrahmt, der Rest wird abgedunkelt. Zum Anderen kann auch nur das Licht ausgeschalten werden. MIt dieser Funktion bleibt das Video an seinem bekannten Platz auf der Website. Alles um das Video herum wird allerdings abgedunkelt.
Beide Einstellungen sollen vermutlich dazu dienen, das Seherlebnis angenehmer zu machen. Gerade bei langen Videos erscheint dies sinnvoll. Die Buttons für beide Funktionen sind meiner Meinung nach aber etwas unglücklich direkt über dem Video angebracht.
- Normale Ansicht
- Theater View
- Lights Off
Wer die Einstellungen ausprobieren möchte versucht es bei diesem Video, das auch ohne die neuen Funktionen sehenswert ist.
Übrigens: hulu bietet diese Möglichkeit schon länger an.
YouTube – Umsatztechnisch noch nicht der große Player
YouTube ist zwar das vermutlich am stärksten genutzte Videoportal in Deutschland. Aber was den Umsatz angeht, hinkt die Google-Firma noch ein wenig hinterher. Laut Patrick Warnking, Head of Media & Entertainment bei Google Deutschland, nimmt Google mit YouTube ca. ein Siebtel der VideoAd-Spendings in Deutschland ein.
iBusiness hat ausgerechnet, dass das ca. eine Million Euro im Jahr 2008 sein dürfte. Das deckt sich grob mit den Berechnungen, die ich hier für das erste Halbjahr 2008 zitiert habe.
Quelle: hier.





