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Fünf Hindernisse für das Wachstum von Video-Ads

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Das Fachblatt Horizont hat eine kleine Expertenumfrage zum Thema VideoAds durchgeführt. Ergebnis sind fünf (mutmaßliche) Hindernisse, die das Wachstum von VideoAds gefährden könnten:

  • Defizit an Daten

Jean-Pierre Fumagalli (Smartclip) ist der Meinung, dass in „diesem Jahr seien zwar einige Studien herausgekommen“ seien, „allerdings muss noch viel getan werden.  Schließlich gilt es, den Vorsprung des TV-Markts von einigen Jahrzehnten aufzuholen.“

Da widerspreche ich: Wohl kaum eine neue Werbeform wurde in den letzten Jahren so weitgehend erforscht wie VideoAds. Wäre für jede Online-Werbeform so viel geforscht worden, wäre das Internet längst das umsatzstärkste Werbemedium. Sicher gibt es noch viele Dinge zu erforschen, die Ergebnisse sollten allerdings dann auch im Media-Einsatz berücksichtigt werden. Die Forschung ist mit Sicherheit kein Wachstumshindernis.

  • Druck auf TV-Preise färbt ab

Über Preise lässt sich immer diskutieren. Es wäre sicher hilfreich, wenn nicht immer über realitätsferne Brutto-TKPs gesprochen würde, sondern einfach mal die Nettopreise auf dem Tisch lägen. Für alle Medien, für alle Werbeformen, von allen Vermarktern. Gerne auch zielgruppenspezifisch, denn dann kann das Web seine Targeting-Stärke voll ausspielen.

  • Es fehlt ein echter Killer-Content

Da stimme ich voll und ganz zu. Eigenproduktionen der TV-Sender und amateurhafte Videos, die in den Verlagen hergestellt werden, sind auf Dauer nicht ausreichend. Es muss hochwertiger, werbefinanzierter Video-Content ins Web. Es fehlt ein deutsches Hulu.

  • Technische Standards müssen noch entstehen

Richtig. Es gibt derzeit zu viele Streaming-Anbieter, zu viele unterschiedliche AdServer-Plattformen und zu viele sonstige technische Hürden. All das macht es Werbekunden nicht einfacher, ihre VideoAds online zu bringen.

  • Kosten für Publisher sind hoch

Ja, billig ist es nicht, wenn man hochwertigen Video-Content ins Web stellen will. Siehe oben (Killer-Content). Vermutich werden einige Online-Video-Projekte nicht lange überleben. Nur verhältnismäßig finanzstarke Medienhäuser (Verlage, TV-Sender) können sich dieses Experiment leisten. Und natürlich die öffentlich-rechtlichen Anstalten.

 

Meines Erachtens gibt es aber einen wichtigen Punkt, der das Haupt-Hindernis für das Wachstum von VideoAds ist: Mut.

Mut bei den Content-Anbietern, Geld für Web-Lizenzen zu investieren. Mut bei den Plattformbetreibern, in Rechte und Usability zu investieren. Mut bei den Werbetreibenden, diesem Übertragungsweg für Spots eine Chance zu geben. Mut bei den Kreativ- und Media-Agenutren, um Spots zu entwickeln, die nicht dem 30-Sekünder aus dem Fernsehen entsprechen.

Nur wenn der Mut zu Inhalten auf den Mut zur kreativen Werbung trifft, werden VideoAds wirklich ein Killer-Werbemittel. Denn ohne attraktive Inhalte werden Videos im Web nicht ausreichend von den für die Werbung relevanten Zielgruppen genutzt, also auch den Hausfrauen. Und ohne diese Reichweite bleiben VideoAds bei den Agenturen weiterhin nur ein Randthema.

Written by Bernd Vehlow

28. November 2009 um 15:46

Veröffentlicht in Content, Mediennutzung, Werbung, Zitat

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